Gefährdete Erde: Fakten und Ansichten


Im Wald werden seit einigen Jahren ebenso schwere Maschinen eingesetzt, wie in der Landwirtschaft. Ökologisch gesehen ist das sehr bedenklich, denn inzwischen kennen wir die dramatischen Auswirkungen verdichteter Böden auf die Fruchtbarkeit der Erde sehr genau.

FRUCHTBARE ERDE
Die industrialisierte Forstwirtschaft durchforstet den Wald systematisch über sog. Rückegassen. Rückgassen sollen die Böden weniger schädigen, als wenn man die Böden flächig, dh. das heisst kreuz und quer befahre, beteuern Fachleute.  
Dieser Annahme widerspricht der Naturförster und Buchautor Peter Wohlleben in seinem Buch «Mein Wald».
Er schreibt zum Bodenverlust durch die Rückegassen folgendes:
Eine Schneise für den Vollernter muss mindestens 4 m breit sein. Hinzu kommen seitliche Druckschäden im Boden, die links und rechts jeweils 2 m über den Rand der Rückegassen hinausreichen.  Ist die Schneise 100 m lang führt das zu einem bleibenden Bodenverlust von 800 m2.
Peter Wohlleben lässt keinen Zweifel daran, dass die schweren Waldmaschinen die Bodenstrukturen bereits beim ersten Befahren weitgehend zerstören.

FAKTEN UND ANSICHTEN
Verdichtete Erde wird kompakt und speckig, wie Lehm, und kann kaum mehr Wasser speichern. So können Bäume in trockenen Zeiten nicht mehr auf volle Wasser-Speicher zurückgreifen und leiden deshalb schneller. Überdies geht der Boden als Grundwasserfilter und auch Wasser-Reservoir für uns verloren.

NETZWERKE
Waldstrassen und Rückegassen unterbrechen die Verbindungswege der Bäume untereinander. Denn knapp unter der Erdoberfläche liegen gigantische Netzwerke aus Pilzfäden und Wurzeln, die sog. Mykorrhiza. Sie gewährleisten die Versorgung der Bäume mit Wasser und Nährstoffen und sind gleichzeitig auch Kommunikationswege.
Der Druck der schweren Maschinen quetscht bei der Überfahrt diese Pilz-Wurzel-Geflechte zusammen und mindert resp. zerstört dadurch ihre Funktionsfähigkeit.

Von der Versorgung abgeschnitten, sind die Bäume geschwächt. Sie fallen bei Sturm leichter um, sind gefährdet krank zu werden und vorzeitig abzusterben.

LEBENSRAUM
Ein weiteres Problem ist, dass der Druck der schweren Maschinen die Bodenstrukturen oft bis tief in die Erde hinein zusammenbrechen lässt. Damit zerquetscht man die Bodenlebewesen und zerstört die Lebensgrundlagen allfälliger zukünftiger Generationen.

WASSERSPEICHER
Verdichtete Erde wird kompakt und speckig, wie Lehm, und kann kaum mehr Wasser speichern. So können Bäume in trockenen Zeiten nicht mehr auf volle Wasser-Speicher zurückgreifen und leiden deshalb schneller. Überdies geht der Boden als Grundwasserfilter und auch Wasser-Reservoir für uns verloren.

ALTE WEGE
Neben den ökologischen Schäden, richten die schweren Fahrzeuge auch seelisch-geistigen Schaden an.

Dieses Bild zeigt einen zusammen gefahrenen Fussweg im Buchthalerwald.
Die Erde dermassen verletzt zu sehen, tut weh und wirkt verstörend.  Einen stillen Fussweg, tausendfach begangen, derart zerstört und entwürdigt vorzufinden macht einen traurig und wütend, auch ratlos und hilflos.
Nach einem solchen Eindrücken geht man kaum gestärkt und erfreut nach Hause.  
Solche Wege sucht man auch nicht mehr gerne auf.

FRAGILE ZUKUNFT
Durchdringt man solche Bilder und solche Informationen mit Herz und Verstand, erkennt man, dass die industrialisierte Forstwirtschaft der Erde und dem Wald nicht dienlich ist. 
Weit mehr:

Die Minderung fruchtbarer Erde stellt tatsächlich unser aller Zukunft in Frage.